Funkrauchmelder kaufen: Wann lohnt sich der Kauf eines Funkrauchmelders?

Vernetzte Rauchmelder: Kommunikation per Funk oder Kabel

Jedes Jahr sterben in Deutschland einige hundert Menschen an den Folgen von Bränden. Hochgradig gefährlich ist besonders der dabei entstehende Rauch. Bereits wenige Atemzüge in einer verrauchten Umgebung bedeuten unmittelbare Lebensgefahr, eine schnelle Reaktion ist immens wichtig. Rauchmelder sind daher eine wichtige Präventionsmaßnahme, weil sie im Brandfall eine rechtzeitige Evakuierung ermöglichen. In vielen Bundesländer herrscht inzwischen sogar eine Rauchmelderpflicht. Herkömmliche Rauchmelder haben aber eine Schwachstelle: Ein bereits detektierter Brand bleibt unbemerkt, wenn das Signal des Rauchmelders die Hausbewohner gar nicht alarmiert. Bei weiter entfernten Räumen kann es leicht geschehen, dass der akustische Alarm nicht gehört wird. Eine gefährliche Situation ergibt sich auch, wenn Personen in einem brennenden Raum nicht angemessen reagieren können und die Hilfe anderer Haushaltsmitglieder benötigen. Das betrifft zum Beispiel Kinder oder ältere Menschen.

Rauchmelder werden untereinander vernetzt

Daher wurden vernetzte Rauchmelder entwickelt. Die Grundidee ist simpel: Wenn ein Rauchmelder Alarm auslöst, leitet er diese Information an die anderen Rauchmelder im Gebäude weiter. Diese lösen ebenfalls Alarm aus und ein Brand kann nicht unbemerkt bleiben. Solche vernetzten Rauchmelder lassen sich per Kabel oder per Funk verbinden. Für Kabelverbindungen spricht die hohe Zuverlässigkeit der Signalübertragung – allerdings ist der Installationsaufwand sehr hoch. Denn in einem Bestandsgebäude müssten dafür zahlreiche Kabel neu verlegt werden. Hingegen zeichnen sich Funkrauchmelder durch ihre Flexibilität aus. Sie lassen sich einfach nachrüsten und sind untereinander per Funk vernetzt, eine aufwendige Kabelinstallation entfällt. Die Bausubstanz im Gebäude kann Funkverbindungen allerdings stark einschränken. Viele Rauchmelder integrieren daher eine Repeater-Funktion. Dann ist jedes der Geräte zugleich Empfänger und Sender: Empfängt ein Rauchmelder eine Brandmeldung, löst er aus und leitet die Information wiederum an andere Melder weiter. Das Ausgangssignal wird dadurch verstärkt und erzielt eine hohe Reichweite. Daher lassen sich auch bei schwierigen Bauverhältnissen Funkverbindungen für den Brandschutz einsetzen.

Zertifizierung: Mehr Sicherheit durch Expertenprüfung

Die VdS (Vertrauen durch Sicherheit) als Zertifizierungs- und Prüfstelle hat eine spezielle Norm für Funkrauchmelder etabliert. VdS geprüfte Funkrauchmelder müssen eine ausreichende Reichweite unter Freifeldbedingungen aufweisen, eine niedrige Batteriekapazität rechtzeitig melden und eine sichere Kodierung der einzelnen Geräte gewährleisten. Für sie gelten außerdem die normalen Anforderungen bezüglich Störsicherheit und der Sicherheit vor Fehlalarmen. Bei gültiger VdS-Zertifizierung weist diese Geräteform daher eine hohe Betriebssicherheit auf. Vernetzte Rauchmelder lassen sich leicht in eine Zentrale integrieren. Diese Zentrale kann ein Telefonmodul enthalten und die Feuermeldung schnell an externe Stellen weiterleiten. Eine weit verbreitete Funktion für vernetzte Rauchmelder ist eine Fernbedienung, welche bei Alarm alle Rauchmelder ausschaltet, bis auf den einen Rauchmelder der tatsächlich ein Feuer gemeldet hat. Dadurch lässt sich rasch der Raum mit der Feuermeldung identifizieren. Die Hersteller haben eine Vielzahl weiterer Funktionen im Angebot, mit denen sich Rauchmelder an die persönlichen Vorlieben anpassen lassen. Beispiele dafür sind Melder, die im Normalzustand strahlungsfrei bleiben oder durch ihre Codierung maximal gegen externe Störungen geschützt sind.

Auch ein einfacher Rauchmelder kann der richtige sein

Über Funk vernetzte Rauchmelder bieten ein hohes Maß an Sicherheit. Allerdings sind sie in der Anschaffung teurer als herkömmliche Rauchmelder, besonders wenn sie umfangreiche Zusatzfunktionen bieten. Zudem verbrauchen sie ein erhebliches Maß an Energie. Die Batterien solcher Rauchmelder müssen als Kostenfaktor entweder im laufenden Betrieb oder durch höhere Anschaffungskosten berücksichtigt werden. Schließlich kann die Codierung der Geräte bei der Ersteinrichtung herausfordernd sein. In diesem Fall sind zusätzliche Kosten für Handwerker zu tragen. In Wohnungen mit nur einem Wohnraum sind sie daher nicht unbedingt erforderlich. Bei größeren Wohnungen und Häusern spricht der Mehrwert an Sicherheit eindeutig für den Einsatz von Rauchmeldern mit Funkverbindung, aber gegebenenfalls lässt sich eine Auswahl treffen. Die Schlafräume, die Kinderzimmer und die wichtigsten Wege werden durch Funkrauchmelder gesichert. Dadurch werden die Hausbewohner nicht durch Brände im Schlaf überrascht und können rasch evakuiert werden. Für weniger zentrale Räume bieten herkömmliche Rauchmelder dagegen einen ausreichenden Schutz.